

Aktualisiert (Sonntag, den 08. Februar 2009 um 16:54 Uhr)
Behältnis
Für Raubwanzen eignen sich sehr viele Behältnisse. Gut schließende Terrarien, Aquarien und Plastikterrarien. Da man die Raubwanzen in Gruppen hält, sollte man auch ein entsprechend großes Behältnis wählen. Als Mindestgröße für ca. 15 Adulte plus Nachwuchs, sollte es schon die Größe von 50x30x30 besitzen.
Raubwanzen können auf glatten Flächen (z. B. Glas) laufen, da ihnen schon die leichtesten Verunreinigungen der Scheibe reichen, somit sollte für ein ausbruchsicheres Behältnis gesorgt werden! Es empfiehlt sich bei Aquarien z.B. eine 5cm breiter Vaselinestreifen.
Substrat
An das Substrat stellen Raubwanzen keine besonderen Ansprüche, jedoch sollten ein paar Dinge beachtet werden. Als Substrat eignet sich ein Torf/Sand-Gemisch, normale Terrarienerde (für feuchte bis halb feuchte Terrarien), Douglasienrinde und vieles mehr... der Bodengrund sollte nur Dünger frei und Pestizid frei sein, da Raubwanzen mit ihren Rüssel Wasser aufnehmen und dafür den Rüssel in die Erde stecken. Eine Substrathöhe von 3cm ist vollkommen ausreichend, da Raubwanzen nicht graben und die Weibchen sich nur ca. 0,5-1cm in die Erde "bohren" beim Eier ablegen.
Beleuchtung/Temperatur/Luftfeuchtigkeit
Tagsüber halten sich Raubwanzen meist versteckt und werden erst in der Nacht richtig aktiv, auch erfolgt die Eiablage erst bei Dämmerung und in der Nacht. Wie bei fast allen Tieren sollte man jedoch für einen Tag-/Nachtrhythmus sorgen. Sie stellen keine Ansprüche an das Licht und somit reicht ein heller Standort oder bei Aquarien die normale Abdeckungsbeleuchtung.
Am Tage sollte die Temperatur bei ca. 25-27°C liegen und in der Nacht kann es auf Zimmertemperatur (20-22°C) absinken. Bei Aquarien erreicht man diese Temperatur schon durch die normale Beleuchtung durch Leuchtstoffröhren, in Terrarien empfiehlt es sich Heizmatten, Heizsteine oder kleinere Spots zu verwenden, jedoch sollten diese nicht in unmittelbarer Nähe des Trinknapfes bzw. der Stelle sein, welche man immer einsprüht (unter Die erfolgereiche Zucht mehr dazu).
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50-70% liegen.
Einrichtung
Da Raubwanzen sehr viele Versteckmöglichkeiten brauchen, empfiehlt es sich ca. 75% des Behälters mit Korkstücken zu dekorieren. Kork bietet besonders viele Verstecke, besonders auch für kleine Wanzen, auch ist es recht preiswert und bietet eine sehr große Lauffläche, dieses bieten z. B. Äste/Wurzeln weniger.
Die restlichen 25% des Bodens sollten frei bleiben.
Ein Trinknapf sollte auch nicht fehlen, da die Raubwanzen ihn tatsächlich nutzen. Um den Trinknapf sollte man ca. 10-15cm freilassen, ohne Trinknapf empfiehlt es sich eine Stelle im Behältnis alle 3-5Tage immer gut einzusprühen (unter Die erfolgreiche Zucht mehr dazu).
Bepflanzen kann man das Aquarium/Terrarium natürlich auch und sorgt für mehr Lauffläche/Verstecke und ein besseres Mikroklima. Bewährt haben sich an Pflanzen der Baumfreund (Philodendron) und Efeutute (Scindapsus).
Vergesellschaftung
Raubwanzen können problemlos in größeren Gruppen gehalten werden.
Solang genug Versteckmöglichkeiten geboten werden und genügend Futter vorhanden ist, sollten sich die adulten Raubwanzen untereinander nichts tun. Man kann aber einen sehr hohen Fressneid feststellen, so dass es schon zu Streitigkeiten um ein Futtertier kommen kann, jedoch nie tödlich endet. Verluste durch Artgenossen gibt es nur unter nicht adulten Raubwanzen, speziell bei frisch geschlüpften Wanzen die von größeren noch als Futter angesehen werden. Sobald die Wanzen die ersten Häutungen überstanden haben, droht ihnen kaum mehr Gefahr.
Futtertiere
Raubwanzen sind beim Futter nicht sehr wählerisch, jedoch kann man ihnen das Futter fangen und verzehren erleichtern.
Es empfiehlt sich weichschalige Futtertiere wie Heimchen, Grillen und div. Schabenarten (z.B. Shelfordella tartara und Nauphoeta cinerea) zu verfüttern.
Da Raubwanzen ihrer Beute auflauern und nur sehr sehr kurz verfolgen, sollte man schnelle Futtertiere wie Shelfordella tartara kurz in den Kühlschrank tun, so dass sich ihre Bewegungen verlangsamen und die Raubwanzen es ein wenig leichter haben, dies ist natürlich nicht zwingend notwendig sondern nur eine kleine Hilfestellung. Schaben wie B. dubia oder auch N. cinerea füttere ich nur per Pinzette, da sie sich zu schnell vergraben.
Die Fütterung sollte möglichst in 2 Etappen erfolgen, d.h. bei 20 Raubwanzen füttert man ca. 10 Heimchen/Grillen/usw. und 1Tag später nochmal 10. Da Raubwanzen einige Zeit brauchen bis alle Futtertiere gefangen sind, besteht die Gefahr das die Futtertiere die Eier fressen, die oft an der Oberfläche liegen.
Eine Fütterung alle 1-2Wochen reicht vollkommen aus.

Shelfordella tartara |

Nauphoeta cinerea |

Kleine S. tartara eignen sich sehr
gut als Futter für frischgeschlüpfte
Nymphen |
Die erfolgreiche Zucht
Die Zucht von Raubwanzen ist recht einfach, jedoch muss man einige Dinge beachten.
Am einfachsten überschwemmt man alle 5-7Tage den Trinknapf, so dass die Erde im Umkreis von 10-15cm nicht austrocknet. Diese feuchte Stelle um den Trinknapf bzw. die Stelle die man immer einsprüht ist dann die bevorzugte Eiablagestelle.
Um den Trinknapf/Sprühstelle sollte möglichst nur Erde mit kleinen Rindenstücken liegen, dies ermöglicht den Weibchen eine problemlose Eiablage. Sollten zu viele Rindenstücke auf den Boden liegen, suchen sich die Weibchen oft eine neue Stelle und versuchen es erneut und dies recht oft.
Somit sollten man auch auf keinen Fall eine Heizmatte/Heizkabel unter den Trinknapf/Sprühstelle befestigen, dies beschleunigt nur die Austrocknung des Bodens und der Eier.